Fouilles archéologiques

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Spezialisten-Handwerk

Die archäologischen Grabungen wurden lange von wissenschaftlichen Laien und an der Geschichte und der Kultur der Antike interessierten Gelehrten durchgeführt, die zumeist als Privatpersonen auftraten. Wie bei den meisten Wissenschaften hat sich auch die Archäologie professionnalisiert und wurde im Laufe der Zeit ein Gebiet für Spezialisten, die die verschiedensten wissenschaftlichen und technischen Ausbildungen durchlaufen haben. Die Archäologie von heute ist eine interdisziplinäre Teamarbeit, in der immer mehr Daten und Informationen gesammelt und analysisiert werden müssen. Hier einige der Aufgabenbereiche der beteiligten Fachleute.

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Graburne mit Deckel. Friedhof A la Montagne.
1. Jahrhundert n. Chr.

Die Keramologie

Keramik wird auf Ausgrabungen in riesigen Mengen gefunden. In römischer Zeit kann ein Nebeneinander mehrerer Gefässkategorien und eine grosse Vielfalt an Formen beobachtet werden : Fein- und Grobkeramik, Tafel- und Küchengeschirr, lokal hergestellte und importierte Ware wurde benutzt. Zur Zeit der Römer entwickelten sich Herstellungstechnik, Formenrepertoire und Dekor sehr rasch, was die Keramik für die Archäologen zu einem wertvollen Instrument zur Datierung macht.

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Silberdenar von Kaiser Hadrian

Die Numismatik

Die Numismatik ist die Wissenschaft, die sich mit dem Studium der Münzen und Medaillen beschäftigt. Die römischen Münzen wurden in Rom und in den Prägestätten der Provinzen geschlagen. Auf den Vorderseiten tragen sie meist das Porträt des Kaisers oder seiner Gattin. Die meisten Münzen, die im Umlauf waren, bestanden aus Bronze, doch gab es auch solche aus Gold und Silber. Da ihr Prägedatum oft sehr genau bestimmbar ist, können Münzen zur Datierung auf Ausgrabungen sehr hilfreich sein.

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Die Epigraphie

Die Epigraphie, die Inschriftenlehre, ist eine Hilfswissenschaft der Geschichte. Zahlreiche antike Gegenstände tragen Texte, vom bescheidenen Graffito, der mit spitzem Griffel auf einen Teller gekritzelt wurde, bis zur majestätischen Weihung, die im Marmor gemeisselt auf öffentlichen Bauten prangt. Diese Dokumente bergen eine Fülle von Informationen, die unsere Kenntnisse über das politische, militärische, soziale und ökonomische Leben bereichern.

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Teil einer Weihinschrift an die Göttin Aventia, der Schutzgottheit von Aventicum

Die Dendrochronologie

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Unter den Fundamenten des nördlichen Grabmonuments
von En Chaplix erhaltene Eichenpfähle. Die Eichen wurden gemäss
der dendrochronologischen Analysen um 28 n. Chr. gefällt

Die Dendrochronologie ist eine Datierungsmethode, bei der die Lebensdauer eines Baumes bestimmt wird. Die Methode stützt sich auf die Analyse des Holzwachstums. Jedes Jahr produziert des Baum einen Ring, den sogenannten Jahresring. Die Anzahl der Ringe gibt das Alter des Baumes an. Die Breite der Ringe kann variieren und hängt von verschiedenen Faktoren ab, vorwiegend aber von der Witterung. Günstige Bedingungen haben einen breiten Jahrring zur Folge, weniger günstige hingegen einen schmalen. Indem unzählige solcher Jahrringe vermessen und ausgewertet werden ist es möglich, für jede Baumart und jede Region diese Schwankungen zu rekonstruieren und so einen Referenzkatalog zu erhalten. Für die Eiche konnte die Referenzkurve bis in vorgeschichtliche Zeit erstellt werden. Der Vergleich der Jahrringe eines Holzes mit den Referenzwerten ergibt die Lebenszeit des Baumes und ermöglicht die Bestimmung des Jahres oder sogar der Jahreszeit, zu der der Baum gefällt wurde. Mit dieser Methode ist die genau Datierung archäologischer Objekte aus Holz möglich, unter der Voraussetzung, dass die äussersten Jahrringe des Stammes erhalten sind.

Gut erhaltene Holzfunde sind bei Ausgrabungen in Avenches relativ häufig, was an der Feuchtigkeit des Bodens liegt. Um die Stabilität der Gebäude zu gewährleisten, errichteten die Konstrukteure in der Antike die Fundamente oft auf tief in die Erde eingelassene Eichenpfähle.

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Auch andere naturwissenschaftliche Datierungsmethoden werden bei Bedarf angewandt wie beispielsweise die C14-Methode (auch: Radiokarbonmethode). Diese Methode basiert auf der Messung der Radioaktivität dieses Elements, das in organischen Stoffen enthalten ist (Holz, Kohle, Knochen, Stoffe, usw.), deren genaues Alter bestimmt werden soll.

Aus dem Bereich der Naturwissenschaften sind regelmässig Vertreter mehrerer Disziplinen im Einsatz :

Die Anthropologie

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Anthropologen bei der Arbeit
auf der Ausgrabung des Friedhofes von En Chaplix

Die Anthropologie beschäftigt sich im Bereich der Archäologie mit den auf Ausgrabungen freigelegten menschlichen Knochen.
Die sorgfältige Untersuchung und Vermessung der Knochenreste ermöglicht dem Anthropologen, Geschlecht und Alter der geborgenen Individuen zu bestimmen. Für die Geschlechtsbestimmung dienen in erster Linie Hinweise zur Konstitution des Individuums und Beobachtungen an bestimmen Teilen des Schädels und des Beckens. Die Altersbestimmung erfolgt bei Kindern vor allem durch die Untersuchung der Zähne, beim Erwachsenen durch die der Knochennähte. Bei Kremationen sind diese Kriterien äusserst problematisch zu beurteilen, da meist nur wenige und stark verbrannte Knochen erhalten sind.

Anthropologische Untersuchung sind für die Auswertung eines Gräberfeldes von grundlegender Bedeutung : Sie erlauben unter anderem eine Schätzung der durchschnittlichen Lebenserwartung unserer Vorfahren. Wegen der hohen Kindersterblichkeit lag diese sehr tief, bei ungefähr 25 bis 30 Jahren. Mit Hilfe der Anthropologie können auch die Lebensbedingungen der Bevölkerung rekonstruiert und Aufschlüsse über alters- und geschlechtsspezifische Unterschiede in den Grabsitten gewonnen werden.

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Pathologischer Zahnbefund eines erwachsenen Individuums

Die Paläopathologie

Die Paläopathologie ist ein Spezialgebiet der Anthropologie, die sich mit den Krankenheiten und Verletzungen beschäftigt, die an den menschlichen Überresten zu beobachten sind. Meistens sind nur diejenigen erkennbar, die Auswirkungen auf das Skelett haben, wie zum Beispiel Schläge, Brüche, Zahnschäden, Arthrose, Wachstumsstörungen und auch gewisse Infektionskrankheiten. Diese Untersuchungen ergeben nur selten Aussagen zur Todesursache eines einzelnen Individuums. Bei der Untersuchung von grösseren Serien von Individuen können hingegen interessante Rückschlüsse auf Lebensweise, Körperpflege und Ernährungsgewohnheiten der untersuchten Bevölkerung gewonnen werden.

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Die Archäozoologie

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Skelett eines Rindes aus dem Heiligtum von En Chaplix

Die Archäozoologie befasst sich mit den tierischen knochen aus archäologischen Ausgrabungen. Das Bestimmen und Auszählen der Knochen liefert wichtige Aussagen zur Wirtschaft und den kultischen Praktiken der Bevölkerung. Die Untersuchung der Fauna, die in Wohngebieten gefunden wird, ermöglicht die Bestimmung der verschiedenen domestizierten und gejagten Arten sowie Rückschlüsse auf Haltungsweise, Schlacht und Verzehr der Tiere. Die aus Heiligtümern und Nekropolen stammenden Tierknochen hingegen ergeben Hinweise auf Opferpraktiken und Rituale, wie beispielsweise die Beigabe von Fleisch in Gräbern.

 

Die Archäobotanik

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Verkohlte Getreidereste aus einer archäologischen Fundstätte

Die Archäobotanik ist das Studium der pflanzlichen Reste, die in archäologischem Zusammenhang gefunden werden. Die Analyse von Pollen, die normalerweise sehr gut erhalten sind, und manchmal von Samen, die in verkohltem Zustand oder im feuchten Boden Konserviert wurden, ermöglichen dem Botaniker, die pflanzliche Umwelt einer Fundstelle zu rekonstruieren und die am Ort angebauten Pflanzenarten von importierten zu unterscheiden. Ebenso kann er dadurch die Funktion von gewissen Bauten und Räumlichkeiten bestimmen, die bei einer Grabung zutage kommen, wie Getreidespeicher, Scheunen und Kornkammern.

Die in der Wassermühle von En Chaplix gefundenen Samen zeigen, dass hier verschiedene Getreidesorten gemahlen wurden, vorwiegend aber Dinkel, eine Hartweizenart. Andere verkohlte Samen, die in einer Graburne der Nekropole geborgen wurden, belegen die Opfergabe von Getreide (vor allem Gerste und Weizen), von Hülsenfrüchten und Oliven.

Römermuseum Avenches
Postfach 237
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T : +41 (0)26 557 33 00
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April bis September :
Dienstag bis Sonntag - 10h - 17h
Ostermontag und Pfingstmontag geöffnet; ganze Woche geöffnet im Juni
 
Oktober und Februar bis März :
Dienstag bis Sonntag - 14h - 17h
 
November bis Januar :
Mittwoch bis Sonntag - 14h - 17h. Geschlossen: 25., 26. und 31.Dezember; 1. und 2. Januar