Association Pro Aventico

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Die Association Pro Aventico, gestern und heute

Die Wiederentdeckung von Aventicum

De Dompierre
François-Rodolphe De Dompierre (1775-1844)

Jahrhundertelang waren die Reste von Aventicum in Vergessenheit geraten, bis die Ruinen im 16. Jahrhundert das Interesse von Gelehrten wie Johannes Stumpf und Aegidius Tschudi erregten. Im 18. Jahrhundert wurden umfangreiche Grabungen durchgeführt, bei denen jedoch vieles unwiederbringlich zerstört wurde. Bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurden erste Stimmen laut, die den Schutz der archäologischen Fundstätte forderten.

Im Jahr 1822 ernennt der Waadtländer Staatsrat erstmals zwei Konservatoren für die Altertümer: Louis Reynier in Lausanne und François-Rodolphe de Dompierre in Avenches. 1824 wird eine erste archäologische Sammlung in einem Privatgebäude eingerichtet, dem Cercle Vespasien. Sie wird später in den aus dem Mittelalter stammenden Turm am Amphitheater verlagert. Das seit dem Jahr 1838 kantonale Römermuseum von Avenches befindet sich noch heute in diesem Gemäuer.

Johannes Stumpf, Historiker, Theologe und Topograf (1501-1566)
Aegidius Tschudi, Historiker und Politiker (1505-1572)
Aquallerierte Zeichnung des Bacchus-und-Ariadne-Mosaiks (Palast von Derrière la Tour) aus dem Jahr 1752 von D. Fornerod

Gründung der Association Pro Aventico

Avenches und die Cigognier-Säule im 19. Jahrhundert

Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts beklagen Gelehrte die Plünderungen in der antiken Stadt und fordern systematische Grabungen ein. Vergeblich appellieren sie an die Obrigkeit, dass regelmässig Gelder für die wissenschaftliche Erforschung zur Verfügung gestellt werden sollten. So entstand die Idee, eine grössere Öffentlichkeit anzusprechen und dafür zu begeistern, eine Vereinigung zur Rettung von Aventicum zu gründen.

Im Jahr 1876 richtete der Historiker und Literat Charles Morel - zunächst jedoch erfolglos - einen Antrag an die Société d’histoire de la Suisse romande (SHSR). Einige Jahre später wurde dieses Projekt vom Waadtländer Historiker Eugène Secretan wiederaufgegriffen, der einen Kreis von Persönlichkeiten zusammenführte, zu denen u. a. eines der Gründungsmitglieder der SHSR gehörte, Alexandre Daguet, Professor für Geschichte und Archäologie an der Académie von Neuchâtel.

 

Am 11. Juni 1885 erfolgte ein neuer, von Ch. Morel, E. Secretan und A. Daguet unterzeichneter Antrag an die SHSR. Nach einer positiven Stellungnahme wurde am 3. September die Association Pro Aventico ins Leben gerufen. Als der interkantonale Vorstand am 24. Oktober 1885 in Avenches erstmals tagte, konnte er bereits auf die Unterstützung von über 400 Mitgliedern zählen.

 
Ch. Morel, A. Daguet et E. Secretan, drei der Gründungsmitglieder der Association Pro Aventico

Verwirklichte Ziele

Die vom ersten Vorstand formulierten Ziele unterscheiden sich kaum von den seit Jahrzehnten wiederholten Anliegen: Schutz und Erhaltung der Monumente, Durchführung systematischer Ausgrabungen zur Erforschung der antiken Topografie von Aventicum und Erweiterung der Museumssammlung durch die bei den Grabungen zu Tage gekommenen Funde. Der Vorstand machte es sich zuletzt auch zur Aufgabe, diesen Fundort einer breiteren Öffentlichkeit durch Presse, Publikationen und Vorträge bekannt zu machen.

Im Winter 1885-86 beginnen die ersten Grabungen, unter anderem an der Westtor-Nekropole, wo zahlreiche Grabstelen gefunden wurden. Das erste Bulletin erscheint 1887. Es enthält die Berichte der von der Association durchgeführten Grabungen. Im Jahr 1888 gibt die Vereinigung den ersten, vom kommissarischen Draineur Auguste Rosset erstellten archäologischen Plan heraus. 1889 werden am Theater Sondierungsgrabungen unternommen, 1892 beginnt man mit den ersten Konsolidierungsarbeiten, die bis 1906 weitergeführt werden. Dank einer öffentlichen Spende im Jahr 1895 waren die privaten Grundstücke am antiken Theater aufgekauft worden und somit der Erhalt dieses antiken Bauwerks gesichert. In Anerkennung ihres Engagements erhielt die Association bei der Landesausstellung von Genf 1896 eine Silbermedaille.

Bulletin de l'Association Pro Aventico Eugène Secretan Règlement fouilles
Die erste Ausgabe des Bulletin de l’Association Pro Aventico erschien im Jahr 1887
Eugène Secretan im Theater von Avenches
Das von der Association Pro Aventico im Jahr 1886 verfügte «Règlement pour les fouilles» (Reglement für die Grabungen)
Louis Bosset
Louis Bosset (1880-1950)

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts fanden zwar weniger Grabungen statt, es wurden jedoch wichtige politische Entscheide getroffen: Der Kanton Waadt beginnt mit der Unterschutzstellung historischer Denkmäler, und das im Jahr 1912 eingeführte Schweizerische Zivilgesetzbuch verankert in einem Artikel den Rechtsanspruch des Staates auf alle Bodenaltertümer. Von 1897 an, und vor allem in den Jahren 1916 bis 1947, wurden unter der Leitung des späteren Waadtländer Kantonsarchäologen Louis Bosset Restaurierungsmassnahmen an der Stadtmauer und am Osttor durchgeführt. Systematische Grabungen wurden erst 1938 wieder aufgenommen, zunächst am Cigognier-Tempel. Diese Grabungskampagne wurde geprägt durch die unglaubliche Entdeckung der Goldbüste des Kaisers Marc Aurel am 19. April 1939. Weitere Grabungen am Theater und Amphitheater folgten. Die Freilegung des Amphitheaters und die Rekonstruktion eines Teils der Sitzstufen wurden von einem grosszügigen Mäzen, dem Industriellen Maurice Burrus, finanziert. Die Entdeckung und Restaurierung der Forumsthermen auf der Flur En Perruet fanden nach dem Zweiten Weltkrieg statt.

Durch die Industrialisierung und den Bauboom Anfang der 1960er-Jahre ist die archäologische Fundstätte erneut bedroht. Angesichts dieser Besorgnis erregenden Situation gründet die Vereinigung im Jahr 1964 die Fondation Pro Aventico, eine vom Kanton Waadt anerkannte Stiftung. Mit der Unterstützung von Kanton und Bund ist sie seitdem für die Durchführung von Grabungen und für die Verwaltung der Römerstadt und des Römermuseums verantwortlich. Die vergangenen vierzig Jahre waren daher von einer Vielzahl von Entdeckungen geprägt, die im Zuge der baulichen und industriellen Entwicklung der modernen Stadt und der Anlage neuer Infrastrukturen gemacht wurden.

Wenn man heute die Reste einiger prächtiger Gebäude bewundern kann, die die antike Stadt schmückten, verdanken wir dies vor allem der unermüdlichen Arbeit und dem über 100jährigen Engagement der Association Pro Aventico.

 
Monumens principaux
Auf diesem Bild sind drei der wichtigsten Denkmäler von Avenches zu sehen,
die besichtigt werden können: (1) Theater; (2) Cigognier-Heiligtum; (3) Amphitheater
Römermuseum Avenches
Postfach 237
CH - 1580 Avenches
 
T : +41 (0)26 557 33 00
F : +41 (0)26 557 33 13
musee.romain@vd.ch
 
April bis September :
Dienstag bis Sonntag - 10h - 17h
Ostermontag und Pfingstmontag geöffnet; ganze Woche geöffnet im Juni
 
Oktober und Februar bis März :
Dienstag bis Sonntag - 14h - 17h
 
November bis Januar :
Mittwoch bis Sonntag - 14h - 17h. Geschlossen: 25., 26. und 31.Dezember; 1. und 2. Januar