Musée romain

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Ein typisch römisches Haus

Modell eines römischen Stadthauses
im mediterranen Stil (domus)

Das Modell zeigt ein luxuriöses Haus in mediterranem Stil (domus), wie man es beispielsweise in Pompeji findet. In Aventicum gibt es zwar kein Haus, das genau diesen Grundriss aufwiese, die wichtigsten Gebäudeelemente sind jedoch immer vorhanden: eine zur Strasse hin offene (2) mit kleinen Läden (tabernae) bei Häusern von Kaufleuten (3-4), eine Küche, ein Esszimmer, ein Wohnzimmer, Bäder und Schlafzimmer. Das Modellhaus umfasst ein Viertel der Grundfläche einer insula (37 x 55 m), es besitzt zwei Etagen und, wie die Häuser in Aventicum auch, einen Innenhof, das atrium (5). In einigen Räumen, im Wohnzimmer, Esszimmer und im Bad ist eine Bodenheizung (hypocaustum) zu erkennen.

Die Wände repräsentativer Räume sind mit Wandmalereien, die Böden mit Mosaiken geschmückt. Die Mauern sind aus Stein und sind beidseits verputzt, das Dach ist mit Ziegeln gedeckt. Wie man feststellen wird, gibt es keinen Kamin, der Rauch konnte entweder durch spezielle, durchbohrte Ziegel oder direkt durch das Dach entweichen.

Plan eines römischen Wohnhauses
(1) Strasse; (2) Portikus; (3) Läden (taberna); (4) Gaststätte (thermopolium); (5) Innenhof (atrium);
(6) Beheizter Empfangsraum; (7) Heizraum (praefurnium); (8) Latrinen; (9) Treppe zum Obergeschoss;
(10) Küche; (11) Wohnraum; (12) Schlafzimmer (cubiculum); (13) Garten; (14) Peristyl;
(15) Trennmauer zum nächsten Wohnhaus

Tracht und Schmuck

Als Gewandschmuck verwendete Fibeln
(Broschen) verschiedener Grösse

Im römerzeitlichen Gallien war wie heute die Art der Kleidung und des Schuhwerks je nach Jahreszeit, Betätigung sowie sozialer Schicht oder Gegend unterschiedlich.

Das allgemein übliche Gewand war die Tunika, die sowohl von Frauen als auch von Männern und Kindern getragen wurde. Die Länge der T-förmig geschnittenen Tunika konnte variieren; an den zwei rechteckigen Stoffstücken für den Körper waren kurze oder lange Ärmel angesetzt.

Die Gewänder wurden hauptsächlich aus Leinen oder Wolle gefertigt. Es gab auch Mäntel aus Leder oder Fell. Je nach Witterung trug man mehrere Kleidungsstücke übereinander. Gegen die Kälte schützte man sich zusätzlich mit einem Schal.
Die Tunika der Frauen reichte normalerweise bis zu den Füssen, bei den Mädchen und Dienstmädchen allerdings nur bis zu den Waden. Als Obergewand trugen sie einen Mantel oder eine Art Stola. Im Winter zogen sie zusätzlich Wollstrümpfe an. Manche Frauen hielten an der keltischen Tracht fest. Sie bestand aus einem hemdähnlichen Untergewand und einem Obergewand (Tunika), das an den Schultern durch Gewandfibeln zusammengehaltenen war.

Eisenring mit graviertem Schmuckstein (Victoria)

Die Männer trugen eine kürzere, knielange Tunika. Schutz vor rauher Witterung boten ihnen verschiedene Arten von Mänteln wie z.B. der cucullus, ein Umhang mit Kapuze. Die Beine umwickelten sie mit schützenden Wickelgamaschen.

Die lange, kunstvoll drapierte Toga war den römischen Bürgern vorbehalten und wurde zu offiziellen Anlässen getragen. Die Handwerksleute bevorzugten die kurze Tunika, bei der eine Schulter unbedeckt blieb, oder den einfachen Lendenschurz.

Bei den Kindern, die wie die Erwachsenen gekleidet waren, reichte die Tunika bis zu den Knien. Das Schuhwerk aus Leder war entweder offen oder geschlossen, konnte die Form eines Stiefels besitzen oder mit Gamaschen kombiniert werden. Zum Teil waren die Sohlen genagelt wie bei dem Grabfund im Erdgeschoss.

Schmuck trugen Frauen, Männer und Kinder gerne; er war meist aus Bronze oder dem in der Farbe goldähnlichen Messing, konnte aber auch aus Eisen, Glas, Bein und seltener aus Silber oder Gold gefertigt sein.

Fibeln wurden als eine Art Broschen wegen ihres funktionalen Charakters vielfach verwendet. Sie sind keltischen Ursprungs und dienten in erster Linie dazu, die Gewänder an der Schulterpartie zusammenzuhalten und Mäntel zu schliessen. Als die Verbreitung von genähten Kleidern zunahm, wurden die Fibeln mehr und mehr zum Schmuckstück. Da sich ihre Form im Lauf der Zeit entsprechend den Moden veränderte, lassen sich Fibeln ziemlich genau datieren.

Ringe aus Bronze, Silber und vergoldeter Bronze mit

Andere Schmucksorten sind im römerzeitlichen Gallien seltener; beliebt waren Perlen, verschiedene Anhänger und Halsketten. Oft dienten diese nicht nur zur Zierde sondern auch als Glücksbringer.

Ringe trug man vorzugsweise an der linken Hand. Manche besassen eine gravierten Schmuckstein (Gemme), die zum Siegeln von Dokumenten diente, andere wiederum trugen Inschriften zur Beteuerung gegenseitiger Liebe. Zum Schmuck zählen auch Ohrringe und Armreifen.

Die Frauen trugen stets langes Haar, das sie mit Haarnadeln aufsteckten. Die Haarnadeln waren meist aus Bein gearbeitet.

 
Phallische Bronzeamulette

Körperpflege und Medizin

Rückseite eines Spiegels aus Blei
mit der Darstellung der drei Grazien

Den Bewohnern des römerzeitlichen Galliens war die Körperpflege sehr wichtig. Da es in den Wohnhäusern nur in den seltensten Fällen fliessendes Wasser gab, beschränkte man sich beim Waschen auf das Nötigste. Für eine intensive Körperreinigung besuchte man die Bäder in den Thermen, wo man sich auch enthaaren und massieren lassen oder sportlich betätigen konnte. In Aventicum gab es mindestends drei öffentliche Thermenanlagen, von denen die älteste ins Jahr 29 n.Chr. datiert.

Unangenehme Körperdüfte waren leicht mit Parfümen zu überdecken. Sie wurden in kleinen Keramik-, Bronze- oder Glasgefässen aufbewahrt. Die teuersten Parfüme enthielten exotische Essenzen wie Zimt oder Myrrhe, gängigere Sorten waren Rosen- und Honigdüfte.

Schminke gehörte bei den Frauen einfach dazu. Ihr Teint war der römischen Mode gemäss blass, die Lippen wurden rot, die Augenbrauen schwarz geschminkt und die Lider ebenfalls farblich betont. Es waren verschiedene Geräte zur Herstellung von Schminken in Verwendung, mit denen man die Ingredienzien vermengen und applizieren konnte.

In Gallien wie in den römischen Provinzen trugen die Frauen stets langes Haar. Die Mädchen steckten es im Nacken zusammen oder flochten es. Verheiratete Frauen trugen je nach Epoche zum Teil recht komplizierte Frisuren; nicht selten färbten sie sich auch die Haare.

Augenarztstempel zum Markieren einer harten
Kollyrie (Augensalbe) mit der Inschrift COE[N?],
die die Art des Medikaments angibt

Nach dem Schminken und Frisieren konnten sich die Frauen in kleinen Spiegeln betrachten, polierten Bronzeplättchen, die mit einem Griff versehen oder in einen Holzrahmen gefasst waren. Seltener waren die in römischer Zeit aufkommenden kleinen, mit einer Bleischicht versehenen Glasspiegel.

Bei den Männern hing die Bart- und Schnurrbarttracht vom Grad der Romanisierung ab und richtete sich häufig nach dem Vorbild des römischen Kaisers. Um sich rasieren zu lassen, ging man zum Barbier.

Die antike Medizin wurde in Griechenland entwickelt, ihr berühmtester Vertreter war Hippokrates (460-370 v.Chr.). In Rom wie auch in den römischen Provinzen waren die meisten Ärzte griechischer Herkunft.

Mosaik mit dem Gesicht einer Frau
(Personifizierung des Sommers)

Viele übten ihre Tätigkeit als Wanderärzte aus, manche waren einem Heiligtum angegliedert, andere wiederum arbeiteten in Militärspitälern (valetudinaria) oder als freie Ärzte in eigenen Praxen (tabernae medicae).

In einigen Städten gab es wie in Aventicum einen Ärzteverband, der über einen eigenen Versammlungsraum verfügte.

Die Ausbildung zum Mediziner erfolgte während mehrerer Jahre als Assistent bei einem anerkannten Arzt. Danach sollte er in der Lage sein, einen Knochenbruch zu richten, einen Fuss oder eine Hand zu amputieren, mit einem Brenneisen Wunden auszubrennen, Blutgefässe zu unterbinden und eine Operation am grauen Star durchzuführen. Für diese verschiedenen Eingriffe standen Skalpelle mit austauschbaren Klingen zur Verfügung, weiter Wundhaken zum Anheben oder Auseinanderhalten von Gewebe, Sonden zum Ausbrennen oder Sondieren von Wunden sowie Spatel zum Entnehmen und Verstreichen einer Substanz und zum Entfernen einer Zyste oder eines Auges.
Die am besten bekannten Heilmittel sind die Augensalben. Die Augenärzte in Gallien kennzeichneten diese fest gepressten Substanzen mit Stempeln, deren Text normalerweise den Namen des behandelnden Arztes, die Zusammensetzung der Salbe, deren Heilwirkung und Indikation angaben. Vor Gebrauch mussten diese Medikamente aufgelöst werden. Sie bestanden aus pflanzlichen, metallischen oder tierischen Substanzen, deren heilende Wirkung heute zum Teil nachgewiesen ist.

 
Altar mit Weihinschrift für die Ärzte und Lehrer. Kalkstein. 2. Hälfte 2. / Anfang 3. Jh. n.Chr.
Numinib(us) Aug(ustorum) et Genio col(oniae) Hel(vetiorum) Apollini sacr(um) Q(uintus) Postum(ius) Hyginus et Postum(ius) Hermes lib(ertus) medicis et professorib(us) d(e) s(uo) d(ederunt)
"Den Schutzgöttern der Kaiser und dem Genius der Kolonie der Helvetier geweiht. Quintus Postumius Hyginus und sein Freigelassener Postumius Hermes haben es auf eigene Kosten den Ärzten und den Lehrern gestiftet"

Spiele

Spiele waren in römischer Zeit weit verbreitet. Es gab Glücks-, Strategie- und Geschicklichkeitsspiele, die alle sowohl von Kindern als auch von Erwachsenen gern gespielt wurden.

Glücksspiele

Um sich die Zeit zu vertreiben oder sein Glück herauszufordern, boten sich mit einem oder mehreren Würfeln vielfältige Möglichkeiten. Manche Würfel waren so manipuliert, dass die gewünschte Zahl aufgrund des ungleich verteilten Gewichts öfter erschien: Der Mensch hat, wenn er gewinnen wollte, schon immer versucht zu schummeln !

Das Astragalspiel mit Tierknöchelchen war ebenfalls sehr beliebt. Jeder Seite dieser kleinen Knochen vom Hinterlauf eines Schafes, die unterschiedlich geformt waren, war ein bestimmter Wert zugeordnet. Die Knöchelchen wurden auf den Handrücken gelegt und dann in die Luft geworfen. Der Spieler erhält entsprechend der Seite, die nach oben zeigt, mehr oder weniger Punkte.

Strategiespiele

Strategiespiele waren bei den Römern besonders beliebt. Sie schärfen den Verstand, bedürfen der vorausschauenden Überlegung und einiger Konzentration.

Das Mühlespiel findet man beispielsweise relativ häufig. Genau wie heute spielt man das Spiel zu zweit, jeder Spieler hat neun Spielsteine zur Verfügung.

Beim Spiel mit den zwölf Linien geht es sowohl um Glück als auch um Strategie. Auf einer Spieltafel bewegen zwei Spieler ihre 12 oder 15 Spielsteine gemäss der Punktzahl von zwei oder drei Würfeln. Die Rekonstruktion einer solchen Spieltafel finden Sie zum Nachspielen in unserem Museum!

Geschicklichkeitsspiele

Für viele Geschicklichkeitsspiele wurden Gegenstände aus organischem Material verwendet, von denen nur noch selten Reste erhalten sind: Kreisel, Reifen und Kegel aus Holz oder Schnüre und Nüsse kennen wir fast nur durch Abbildungen.

Nüsse wurden von den Kindern für alle möglichen Spiele benutzt, z. B. musste man sie in eine Amphore werfen, sie konnten auch zu einem Haufen aufgeschichtet werden, auf den man mit einer weiteren Nuss zielte, oder es wurde ein Dreieck auf dem Boden markiert, in verschiedene Felder mit unterschiedlichen Punktwerten unterteilt, die dann mit den Nüssen getroffen werden sollten (Delta-Spiel).

 

Herstellung von Textilien

Verschiedene für die Textilherstellung verwendete
Gegenstände (Webgewichte aus Terrakotta, mit
denen der Zettel am Webstuhl gestrafft wurden,
Kardierkamm aus Eisen, Spinnwirtel aus Ton, Nadeln, usw.)

Textilien dienten im römerzeitlichen Gallien nicht nur zur Fertigung von Kleidungsstücken, man machte aus ihnen auch Wandbehänge, Decken, Kissen, Segel und Taschen.
Die meisten Gewebe wurden aus Wolle oder Leinen hergestellt. Die aus dem Orient importierte, sehr teure Seide findet ganz selten Verwendung. Hanf diente der Herstellung von Seilen; nur sehr selten verarbeitete man die aus dem Osten stammende Baumwolle.

Die Rohstoffe mussten zunächst zum Spinnen aufbereitet werden, dabei wurden die Pflanzenfasern eingeweicht, gebrochen und anschliessend getrocknet. Dann wurden sie wie die Schurwolle mit Kämmen entwirrt (kardiert); wahrscheinlich wurden die für Wolle belegten Kardierkämme auch zum Kämmen von Leinen verwendet. Das zu Strähnen gekämmte Vorgarn wurde auf dem Spinnrocken aufgerollt und durch Ziehen und Drehen zu einem Faden gesponnen, den man zu einer mit einem Spinnwirtel beschwerten Spindel führte.

Fingerhut aus Bronze

Zum Weben verwendete man einen stehenden Webrahmen, an dessen oberen Querbalken die Kettfäden befestigt waren, die durch Webgewichte aus Ton gestrafft wurden.

In die Stoffe wurden auch manchmal Muster wie z. B. Karos gewebt, sie konnten auch mit Stickereien verziert oder bemalt sein. Mit Fransen und Troddeln versah man Tuniken, Schals, Mäntel, Decken, Wandbehänge, usw.

Aus den Stoffen schneiderte man die verschiedensten Gewänder. Die aus nur wenigen Stoffteilen bestehenden Tuniken wurden mit Eisen, Bronze- oder Beinnadeln zusammengenäht. Ein Fingerhut schützte dabei den Finger der Näherin.

Beleuchtung

Vitrine mit verschiedenen Objekten,
die zur Beleuchtung der Räume dienten

Für die Beleuchtung des römischen Hauses sorgten Lampen oder Kerzen, während ausserhalb des Hauses Fackeln oder Laternen verwendet wurden. Da die Qualität dieses künstlichen Lichts nicht besonders gut war, verlegte man die Aktivitäten eher auf den Tag.

Die gallo-römischen Häuser erhielten ein wenig natürliches Licht durch Fenster- oder Türöffnungen, die in der Nacht durch hölzerne Läden verschlossen wurden. Nur in den Häusern reicher Leute gab es verglaste Fenster. Auch die Thermen waren stets damit ausgestattet. Eine Glasscheibe besass eine Seitenlänge von 20 cm bis 40 cm; sie wurde entweder in einem Holzrahmen oder mit Mörtel direkt in die Fensteröffnung eingesetzt.
Künstliches Licht lieferten Lampen, die meist aus Ton, manchmal aber auch aus Bronze oder Eisen gefertigt waren und in denen man Öl oder Talg verbrannte.

Die aus dem Mittelmeerraum importierten Tonlampen trugen häufig einen Dekor sowie den Stempel des Herstellers. Der Docht wurde durch eine geschlossene Schnauze gezogen und zog das eingefüllte Olivenöl minderer Qualität auf. Einige Bronzelampen waren mit einer Hängevorrichtung versehen, die es erlaubte, die Lampe an die Decke oder an einen Kandelaber zu hängen.

Die einheimischen Lampen haben die Form eines offenen Schälchens mit einer kleinen Schnauze, aus welcher der in Talg schwimmende Docht herausragt. Als Beleuchtung dienten auch Kerzenleuchter aus Ton, seltener aus Bronze.

 
Öllampe aus Terrakotta

Mobiliar

Applike aus tauschiertem Eisen
(Messing und Kupfer)

Die Zimmer eines römischen Hauses waren normalerweise sehr klein und das Mobiliar war auf das Notwendigste beschränkt. Es gab Stühle, Tische, Betten, Truhen und Schränke, die aus Holz oder auch aus Rohrgeflecht hergestellt waren und deshalb im Gegensatz zu Scharnieren, Schlössern oder Zierelementen aus Metall, Bein, Elfenbein oder Glas nur sehr selten erhalten sind. Ein Teil des Mobiliars wie Bänke, die Liegen im Speisesaal oder Regale konnte auch in die Wände eingebaut sein. Im Garten standen Tische und Bänke aus Stein. Es gab eine grosse Auswahl an Sitzmöbeln (Hocker, Bänke, Stühle und Sessel), auf denen man es sich mit Kissen bequem machen konnte.

Niedrige runde Tische standen neben den Liegen in den Speisesälen mediterranen Typs. In unserer Region sass man auch auf Stühlen an hohen rechteckigen Tischen.

Die Liegen der Speisesäle dienten häufig der Repräsentation; das hölzerne Gestell wurde daher mit Appliken aus Bronze-, seltener aus Bein- oder Elfenbein luxuriös verziert, darauf lag eine Matraze.

Man bewahrte seine Dinge vor allem in Truhen auf, die es in verschiedenen Grössen und mit verschiedensten Dekors gab. In manchen Häusern wurden die Wertsachen oder die persönlichen Dokumente in grossen oder kleinen Schränken gelagert, deren oberer Teil auch als Hausaltar, als lararium, dienen konnte. Truhen und Schränke waren mit mehr oder weniger komplizierten Schliessvorrichtungen gesichert.

 
Eisenschlüssel mit Bronzegriff

Gartendekor

Disque marbre
Runde Marmorscheibe mit der Maske eines Flussgottes

Zahlreiche Häuser in Aventicum besassen Grünflächen; dies waren entweder Zier- oder Gemüsegärten.

Ziergärten befanden sich meist in Sichtweite der repräsentativen Räume des Hauses. Um sie herum verliefen Portiken, die manchmal mit runden, sich im Wind drehenden Scheiben (oscilla) geschmückt waren. Zur Ausstattung dieser Gärten gehörten auch Statuen, Brunnenschalen, Bänke, Tische, Wasserbecken oder eine Gartenlaube, in der man sich zum Essen niederlassen konnte. Pflanzen bildeten verschiedene geometrische Muster und boten dem Betrachter einen schönen Ausblick.

Wohnen in der Stadt

Aventicum um 180 n.Chr.
Aquarell von Brigitte Gubler, Zürich

Die Einwohner von Aventicum, grösstenteils Helvetier, waren stark von der römischen Lebensweise beeinflusst. Dies lässt sich bereits sehr früh in allen Bereichen des alltäglichen Lebens feststellen und mit zunehmender Tendenz vor allem ab der Mitte des 1. Jhs. n.Chr. Diese Vorliebe der einheimischen Bevölkerung für den römischen Stil schlägt sich in den Häusern, der Bauweise, der Innen- und Aussenausstattung sowie in den Gärten nieder.

Die Stadtviertel

Aventicum ist wie alle römischen Städte in gleichgrosse, aus Wohnhäusern bestehende Quartiere aufgeteilt, die in ein System sich rechtwinklig kreuzender Strassen eingebunden sind. Jedes Quartier besteht aus ca. 40 Häuserblöcken (insulae) mit einer durchschnittlichen Grundfläche von 110 x 75 m. Zwei Hauptstrassenachsen, der cardo und der decumanus, verlaufen rechtwinklig zueinander von Nord nach Süd und von Ost nach West. An ihrer Schnittstelle liegt das Forum, das politische und religiöse Zentrum der Stadt.

Die genaue Bevölkerungsdichte in den einzelnen insulae ist zwar nur sehr schwer zu bestimmen, man schätzt jedoch, dass im antiken Aventicum um die 20 000 Einwohner lebten. Eine insula umfasste normalerweise zwei bis vier Häuser, nur selten erstreckte sich ein einziges Gebäude über die gesamte Fläche.

Die Häuser

Rekonstruktion eines Wohnhauses (domus) in der insula 13
Zeichnung Markus Schaub, Augst

Zunächst bestanden die Häuser aus Holzfachwerk und Lehmziegeln. Auf Ecksteinen ruhende Schwellbalken bildeten das Fundament, das Dach war mit pflanzlichen Materialien bedeckt. Um die Mitte des ersten Jahrhunderts kommen die ersten Häuser römischer Bauweise auf, deren Fundamente typischerweise aus Stein waren, die Dächer waren mit Ziegeln gedeckt, die Lehmwände wurden mit einem farbigen oder einem Verputz aus Kalk überzogen.

Mit der Erlangung des Status einer Kolonie in den siebziger Jahren n.Chr. wird in Aventicum die massive Steinbauweise allgemein üblich, ohne jedoch die einheimische Bauweise vollständig zu verdrängen. Die Grösse der Wohnhäuser, ihr Komfort, die Dekoration sowie die Möblierung hingen vor allem vom Wohlstand des Besitzers ab. Die einfacheren Häuser von Aventicum sind bisher nur wenig erforscht, da sie noch nie in ihrer Gesamtheit ausgegraben wurden. Die meisten waren sicherlich sehr eng, bestanden nur aus einer Küche und vielleicht noch einem Laden zur Strasse, möglicherweise gab es daneben noch eine Werkstatt und in einem zweiten Geschoss Schlafzimmer. In den Hinterhöfen konnte noch ein Gemüsegarten angelegt sein.

Wie viele Personen in einem Haus wohnten, ist schwierig zu bestimmen. E ist jedoch zu vermuten, dass mehrere, mindestens drei, Generationen unter einem Dach zusammenlebten: Grosseltern, Eltern, Kinder, Onkel und Tanten und natürlich auch das Gesinde.

Rekonstruktion der Wandmalerei des "weissen Zimmers"

Rekonstruktion der Wandmalerei eines Wohnraumes
in der insula 10 Ost. Anfang 3. Jh. n. Chr.

Die meisten Häuser von Aventicum waren im Inneren mit ganz einfachen oder etwas aufwendigeren Malereien versehen, je nach Funktion der Räume und dem Geldbeutel des Hauseigentümers.

Diese Malereien schmückten einen durch ein Hypokaust beheizten Raum eines Wohnhauses. Aufgrund der eingeschränkten Möglichkeiten im Museumsgebäude konn hier nicht die gesamte Raumhöhe von 3,75 m in der Rekonstruktion aufgebaut werden, sondern nur die Wanddekoration des oberen Raumteiles. Unberücksichtigt blieb die Sockelzone, die einst 1,60 m hoch war.

Auf der Rückseite der Mörtelfragmente sind noch die Abdrücke vom Heizsystem in den Wänden sowie von der Verschalung des Deckengewölbes zu erkennen.
Oberhalb des bogenförmigen Fensters befindet sich eine Darstellung des schwebenden Paares Amor und Psyche. Auf den beiden Längsseiten des Raumes waren in Form von weiblichen Porträts die Personifikation der Jahreszeiten wiedergegeben; zu sehen sind der Frühling und der Sommer, dazwischen ein Stillleben mit Birnen und einem Apfel, Attribute des Sommers. Im Deckengewölbe befinden sich eine weiblichen Figur mit Fackel, die inmitten eines über ausgestreuten Rosen gebreiteten Sonnensegels dargestellt ist; die weiteren Stillleben zeigen links eine spezielle Zitronenart, rechts einen Granatapfel und Feigen.

Aufgrund stilistischer und maltechnischer Kriterien wie auch des archäologischen Befunds ist diese Wanddekoration in das erste Drittel des 3. Jahrhunderts n.Chr. zu datieren und zeugt von einem wohlhabenden Hauseigentümer.

Rekonstruktion des "weissen Zimmers" und seiner Wanddekoration

Freskomaler eines Ateliers des 3. Jh. n.Chr. bei der Arbeit : Rechts spachtelt ein Arbeiter die unteren Mörtelschichten an die Wand, links trägt ein Maler die Farben auf. Die Farben wurden auf die letzte und feinste, noch feuchte Mörtelschicht aufgetragen (Fresko-Malerei). Der Malermeister bespricht mit dem Hausherr die Dekoration; dieser ist in eine Toga gehüllt, ein Privileg des römischen Bürgers.

Dieser Raum in einem Privathaus der insula 10 wurde mittels eines Hypokaustes (Fussbodenheizung) beheizt.

Hausgötter

Divinites
Rekonstruktion eines kleinen Larariums
mit sechs Bronzestatuetten,
die in der insula 27 gefunden wurden

Die sechs Bronzestatuetten stammen von einem kleinen Hausaltar (lararium) in der insula 27.
Solche Lararien befanden sich im Innenhof (atrium) des Hauses oder in dem innerhalb des Peristyls angelegten Garten, manchmal standen sie auch in der Küche.

Die Statuetten der römischen Gottheiten (von oben nach unten und von links nach rechts) Juno, Minerva, Fortuna, nochmals Minerva, Merkur und Lar sollten den Schutz der Familie in ihren alltäglichen Verrichtungen gewährleisten. Die Figuren enstanden zwischen dem 1. und 2. Jahrhundert n.Chr.

Keramik

Das wichtigste Fundmaterial für den Archäologen…

… aufgrund der Menge

Bei jeder Grabung kommen hunderte, ja Tausende von Scherben zu Tage. Die Ausgrabung des Palastes von Derrière la Tour, die eine Fläche von ca. 7000 m2 umfasste, erbrachte 80 000 Scherben, was ungefähr 20 000 Gefässen entspricht.

… als Datierungsgrundlage für weitere Funde

Keramik ist in mehrfacher Hinsicht eine der zuverlässigsten Datierungshilfen. Sie ist im Prinzip unvergänglich und wird meist in gutem Erhaltungszustand gefunden; auch nach Tausenden von Jahren unter der Erde weist sie kaum Veränderungen auf.

Keramik ist dem jeweiligen Geschmack der Zeit unterworfen. Sie ist leicht zerbrechlich und muss dementsprechend häufig ersetzt werden. Die fortschreitende Veränderung der Formen und der Dekors ist leicht nachvollziehbar. Ausserdem wurde Keramik im Gegensatz zu Glas- oder Metallgefässen nicht rezykliert.

… aufgrund der vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten

Keramik gibt Aufschluss über verschiedenste Bereiche des täglichen Lebens: über die Ernährungsgewohnheiten (Küchen- und Tafelgeschirr), über das Lagern von Nahrungsmitteln (Vorratsgefässe) und ihren Transport (Amphoren), über die Beleuchtung (Lampen), über Kosmetik und Körperpflege (Parfümfläschchen und Salbgefässe), über das Schreiben (Tintenfass), über das Handwerk (Farbtöpfe, Schmelztiegel, Model und sonstige Arbeitsmaterialien von Töpfern), über Spiele und Spielzeug (Spielsteine, Puppen, kleine Tiere), über schliesslich über das Bauwesen (Ziegel, Wasserleitungen, Feuerstellen, Böden).

Ein wichtiger Beitrag zur Regionalgeschichte

Tonbecher mit Glanztonüberzug.
Zweite Hälfte des 2. Jh. – Anfang 3. Jh. n.Chr.

Keramik liefert Hinweise über Handelsbeziehungen einerseits durch die Untersuchung der Importkeramik und andererseits der Amphoren, die als "Verpackung" zum Transport von Nahrungsmitteln (Olivenöl, Wein, exotische Früchte und Fischsaucen) aus dem gesamten Mittelmeerraum (Italien, Griechenland, Nordafrika und dem Vorderen Orient) eingesetzt wurden.

Die Analyse der lokal hergestellten Keramik informiert uns über den Bedarf der einheimischen Bevölkerung, über Modeerscheinungen und den technologischen Standart. Keramik gibt Aufschluss über die Kochweisen, die Tischsitten, über Hygiene und Körperpflege, über die Art der Beleuchtung sowie über die verschiedensten Bereiche des Alltagslebens (Spardosen, Tintenfässer, usw.).

Manchmal überliefert sie auch die Namen der Töpfer, die sie hergestellt haben oder die der Töpfereibesitzer. Durch die auf einigen Gefässen erhaltenen Graffiti haben wir Kenntnis von ihrem Inhalt, von den Schriftarten sowie von den ehemaligen Bewohnern der Fundstätten, die ihr Geschirr mit ihrem Namen versehen haben.
Die Untersuchung von Formen und Dekors macht sowohl die regionalen Vorlieben und Besonderheiten als auch die verschiedenen von aussen kommenden Einflüsse deutlich.

Geschirr

Mit der römischen Eroberung begann die Bevölkerung in unserer Region neben dem üblichen Küchengerät auch neuartige Behältnisse in der Küche und zu Tisch zu verwenden, die entweder importiert oder den mediterranen Vorbildern nachgebildet wurden: Reibeschüsseln (oder: Mörser), Krüge sowie Keramik aus Terra Sigillata.

Holzgefässe wurden weniger und vor allem von den ärmeren Schichten benutzt. Am meisten verbreitet war bei Arm oder Reich und zu allen Zeiten Geschirr aus Keramik, das durch zahlreiche archäologische Funde aus dem gesamten Gebiet der römischen Schweiz bestens dokumentiert ist. Einfaches Tafelgeschirr aus Keramik fand sich in den Häusern der unteren und mittleren Schichten, die zumeist importierte Feinkeramik wie die relativ teure Terra Sigillata wurde wahrscheinlich nur von der oberen Mittel- sowie von der Oberschicht gekauft. Dasselbe gilt für Bronze- und Messinggeschirr. Das edelste Material war zweifelsohne, abgesehen vom Gold, das Silber. Zu bestimmten Zeiten waren auch Glasgefässe sehr gefragt, die ungefähr ebenso kostspielig waren wie Silbergeschirr.

 

Ernährung

Im Vergleich zu früheren Epochen gab es in römischer Zeit ein breites und reichhaltiges Angebot an Nahrungsmitteln. Grundlage der Ernährung der Bevölkerung nördlich der Alpen blieben jedoch Getreide, Gemüse und Hülsenfrüchte.

Ein grosser Markt

Nach der römischen Eroberung gelangten neue Nahrungsmittel auf den Markt, die entweder selten oder den Einheimischen bislang unbekannt waren. Es handelt sich abeille vor allem um Luxusgüter aus fernen Regionen wie z. B. aus dem Mittelmeerraum oder von der Atlantikküste importierten Austern; ebenfalls aus der Mittelmeerregion kamen Olivenöl, Oliven, Würzsaucen auf der Basis von Fisch und Krustentieren, Makrelen, Feigen, Datteln, Pinienkerne, Granatäpfel sowie Nüsse und Trauben, die in unseren Breiten wohl erst seit der Mitte des 1. Jhs. n.Chr. angebaut wurden. Aus Indien, Arabien und Äthiopien stammten Zimt, Pfeffer, Ingwer, Kardamom, Anis, Kreuzkümmel, Sesamsamen und Reis.

Produktionsorte der wichtigsten Nahrungsmittel im Römischen Reich
Zeichnung C. Demarmels, Archäol. Dienst Freiburg

Essen und Trinken

Die im Gebiet der Schweiz hauptsächlich angebauten Getreidesorten waren Gerste, Spelz, Hirse und Weizen. Das daraus gemahlene Mehl verarbeitet man zu Kuchen, Brot oder Brei (puls).

Für die Zubereitung der Speisen verwendeten die meisten tierisches Fett (Schweineschmalz), in seltenen Fällen auch Butter. Das in grossen Mengen aus Südspanien importierte Olivenöl wurde neben einheimischen Ölen wie Leinöl oder aus Mohnsamen gewonnenem Öl in erster Linie von der wohlhabenderen Bevölkerung verwendet. Honig diente zum Süssen v. a. für Kuchen, Feingebäck aber auch für die Zubereitung von Saucen. Zum Abschmecken der Speisen verwendete man Würzsaucen, besonders beliebt war das garum, das aus in Salz eingelegten Fischen und Krustentieren gewonnen wurde. Das Salz stammte aus salzhaltigen Quellen oder aus Steinsalzlagerstätten, in Küstengebieten wurde hingegen Meersalz benutzt.

Die bei uns am häufigsten verwendeten Gewürze und Kräuter sind Koriander, Dill, Sellerie und der einheimische Wiesenkümmel. Fenchelsamen, Pinienkerne, Bohnenkraut, Senf- und Mohnsamen sowie Knoblauch sind nur in wenigen Fällen belegt wie auch Majoran/Oregano, Feldthymian, Eisenkraut und Minze.

Mit der Ankunft der Römer wurde Wein in kürzester Zeit überall sehr populär. Das traditionelle keltische Bier blieb allerdings auch weiterhin das übliche Getränk. Am weitesten verbreitet und berühmt war die aus Spelz gebraute cervisia. Beliebt war auch Met, ein Getränk aus mit Wasser und Honig vergorenem Weizen.

Zu Tisch bei der ärmeren Bevölkerung

Abtropfsieb (oder Käseform) aus Terrrakotta.
2. Jh. n.Chr.

Die tägliche Kost der einfachen Leute bestand aus der puls, einem Getreidebrei, sowie aus Brot und Gerichten aus Hülsenfrüchten (vor allem Ackerbohnen und Linsen). Hinzu kamen verschiedene Kräuter und Gemüse- oder Salatsorten wie Karotten, Kohl, Amaranth, Gartenmelde, Sellerie, Sauerampfer, Nüsslisalat, weisse Rüben und Randen. Zu den Früchten, die von allen Schichten konsumiert wurden, zählen Äpfel, Birnen, Kirschen, Pflaumen/Zwetschgen, Walnüsse, Haselnüsse, Walderdbeeren, Himbeeren, Brombeeren und Holunder. Waldpilze wurden ebenfalls gerne gegessen. Auch Käse war offenbar weit verbreitet, glaubt man den antiken Textquellen, die besonders den Käse aus der Alpenregion rühmen. Die Käseherstellung wird darüber hinaus durch die in den Grabungen häufig gefundenen Käsesiebe (Käseformen) aus Terrakotta belegt. Fleisch (Schwein, Schaf, Ziege und seltener Geflügel) und Fisch kamen nur zu besonderen Anlässen, an Festtagen, auf den Tisch.

Zu Tisch bei den Reichen

Die besten Fleischstücke waren den Reichen vorbehalten, die im Übrigen Lammfleisch, Geflügel oder Wild bevorzugten. Auf ihrem Speiseplan standen auch Luxusprodukte wie Austern oder Mittelmeermakrelen und exotische Güter wie Pfeffer, Melone, Datteln, Mandeln, Pinienkerne, Knoblauch, Flaschenkürbis oder Oliven. In den mittleren Schichten wurden auch Pfirsiche, Trauben und Feigen konsumiert. Mit dem Anbau von Pfirsichen begann man in unseren Breiten vermutlich im 1. Jahrhundert n.Chr.

Die Küche

Rekonstruktion einer gallo-römischer Küche
im 2. Stock des Museums

Die Küchen, die man in unserer Gegend gefunden hat, sind sehr einfach. Es handelt sich meist lediglich um einen Raum mit einer Feuerstelle in der Mitte, direkt auf dem Boden. Zum Kochen verwendete man verschiedenste Töpfe, die entweder direkt in die Glut oder auf einen Dreifuss gestellt wurden. Eine andere Möglichkeit war das Kochen in einem Kessel, der an einem Haken über dem Feuer hing. Der Haken selbst war an einer drehbaren Holzstange befestigt.

Rekonstruktion eines gallo-römisches Hausherdes
im 2. Stock des Museums

Kleinere Vorräte an Honig, Obst, Gemüse, getrockneten Kräutern oder Gewürzen und Würzstoffen wurden in der Küche in Vorratsgefässen aufbewahrt. Die grösseren Vorräte, z. B. für den Winter, lagerten in eigens dafür angelegten Räumen in Amphoren oder in grossen Vorratsgefässen, den dolia.

 

Tisch und Esszimmer

Rekonstruktion eines gallo-römischen Serviertisches
im 2. Stock des Museums

Die Unterkünfte der einfachen Leute waren normalerweise sehr eng und boten nicht die Möglichkeit, im Liegen zu speisen; es gab im Prinzip keine Unterscheidung zwischen Küche und Essraum.

Die Gutshöfe (villae) und die luxuriösen Stadthäuser hingegen besassen einen von der Küche getrennten Speisesaal (triclinium) mit meist drei u-förmig angelegten Speisebetten (lectus triclinaris), auf denen sich jeweils drei Gäste ausgestreckt niederlassen konnten.

Der Boden des triclinium war oft mit Mosaiken, die Wände mit Malereien geschmückt. Frauen nahmen in der Regel auf Stühlen Platz, die für sie in die Nähe der Betten gerückt wurden, Kinder und Sklaven assen in einem anderen Raum.

Die verschiedenen Gerichte wurden auf einem kleinen Tisch in der Mitte serviert. Man ass mit den Fingern; Messer und Gabel gab es hingegen nicht, höchstens einen kleinen Löffel mit spitzem Griff.

Das Gedeck

Zum Servieren von Gemüse und Eintöpfen oder für die verschiedenen, dazu gereichten Saucen benutzte man Schüsseln unterschiedlicher Grösse. Zum Gedeck gehörten auch Schalen und Schälchen für Gewürze, Kräuter, Salz und Würzstoffe sowie extra Tabletts, Platten und Teller für Gerichte mit Fleisch, Geflügel, Wild, Fisch, Gemüse, Obst und Kuchen. Wasser und Wein wurde in Flaschen und Krügen aus Keramik, Glas oder seltener Bronze oder Silber gereicht. Aus unterschiedlich grossen Trinkgefässen trank man Wasser, Wein, Most, Milch oder Bier. Häufig verwendete man Becher und Tönnchen, die auch mit Trinksprüchen versehen sein konnte wie z. B.: " Füll das Glas, Wirt, schenk ein! " oder " Ich bin der König der Trinker ".

Römermuseum Avenches
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April bis September :
Dienstag bis Sonntag - 10h - 17h
Ostermontag und Pfingstmontag geöffnet; ganze Woche geöffnet im Juni
 
Oktober und Februar bis März :
Dienstag bis Sonntag - 14h - 17h
 
November bis Januar :
Mittwoch bis Sonntag - 14h - 17h. Geschlossen: 25., 26. und 31.Dezember; 1. und 2. Januar